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Kerndämmung – Vor- und Nachteile der Hohlraumdämmung

Dieser Artikel bietet Informationen zur Kerndämmung in Neubauten und im Altbestand. Vorteile und Nachteile der Hohlraumdämmung werden erklärt.

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   Kalender Icon der Seite: Hohlraumdämmung 29.07.2012 Autor Icon der Seite: Kerndämmung Nachteile Lenz

Kerndämmung – was ist das?

Von Kerndämmung oder Hohlraumdämmung am Haus spricht man, wenn zwischen zwei Mauerschalen ein bestehender Hohlraum ausgefüllt wird. Besonders im norddeutschen Raum wird auch heute noch gerne der Wandaufbau bei Gebäuden mit einer Vor- und einer Hintermauerschale mit zwischenliegendem Hohlraum erstellt. In der Vergangenheit wurde der Hohlraum zwischen den beiden Mauern einfach offen stehen gelassen (Luftschicht) und wird heute mit den gestiegenen Energiesparanforderungen mit Dämmmaterial ausgefüllt.

Hohlraumdämmung im Altbau – so geht’s

Eine Hohlraumdämmung ist grundsätzlich von einem Fachbetrieb mit den geeigneten Maschinen durchzuführen, ist aber aufgrund der zeitlich und technisch geringen Anforderungen eine kostengünstige Dämmvariante. In die äußere Mauerschale werden an verschiedenen Stellen Einblasöffnungen gebohrt, in die dann ein feinkörniger Dämmstoff mit Druck eingeblasen werden kann. Die zu verwendenden Dämmstoffe sind meist auf Basis von EPS (Polystyrol) oder aber auch in mineralischer Form als Perlite Schüttgut. Zellstofffasern können nicht verwendet werden, da dieser Dämmstoff nicht hydrophob (wasserabweisend) genug ist.

Im Vorfeld des Einblasvorganges wird in der Regel ein unschädlicher Testnebel in den Zwischenraum eingeblasen um etwaige Undichtigkeiten im Aufbau frühzeitig erkennen zu können. Nach Beendigung des Einblasprozesses der Kerndämmung sollte eine Thermografie der Hausfassade durchgeführt werden um feststellen zu können ob eventuell noch Hohlräume in der Kerndämmung vorhanden sind, die noch nachgearbeitet werden müssen.

Alternativ zur Einblastechnik bei der Hohlraumdämmung kann auch ein Verfahren zur Einschäumung mittels Ortschaum (PU-Schaum) Anwendung finden. Dabei wird ein zähflüssiger Dämmstoff in die Hohlräume der Wände gespritzt, der sich durch einen chemischen Prozess um ein vielfaches seines ursprünglichen Volumens ausbreitet und somit den Hohlraum schließt. Vorteil sind hierbei die sehr guten Dämmeigenschaften des PU-Schaumes (WLG 027), die auch bei geringen Hohlraumbreiten einen guten Dämmwert bei der Kerndämmung erzielen können. Achten sie bei dieser Variante der Kerndämmung darauf, dass die ausführenden Unternehmen auch wirklich nur in Deutschland zur Verarbeitung zugelassene Dämmschäume nutzen, damit sichergestellt ist, dass keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe im PU-Schaum enthalten sind.

Vor- und Nachteile der Kerndämmung im Altbau

Ein klarer Vorteil ist die unkomplizierte und kostengünstige Umsetzung der Hohlraumdämmung. Es kann schnell eine verbesserte Energiebilanz realisiert werden ohne räumliche oder optische Einschränkungen und Umgestaltungen in Kauf nehmen zu müssen. Nachteilig ist bei einer nachträglichen Kerndämmung in jedem Fall die beschränkte Dämmbreite, da in vielen älteren Bauwerken der Luftspalt nur 10cm und weniger beträgt. Darüber hinaus sind Wärmebrücken im Inneren nur schlecht zu beseitigen und können später zu Problemen führen und es ist nur schwer zu überwachen ob wirklich alle Ecken und Nischen mit Dämmstoff befüllt werden konnten.

Ein weiterer Nachteil der Hohlraumdämmung mit Einblastechnik macht sich dann bemerkbar, wenn nachträglich Fenster und Türen ausgetauscht oder eingebaut werden sollen. Die eingeblasenen Dämmkügelchen rieseln dann unter Umständen in größeren Mengen aus den Öffnungen aus und müssen im Nachhinein wieder eingeblasen werden um Bauschäden durch entstandene Wärmebrücken zu vermeiden.

Kerndämmung im Neubau

In neu errichteten Gebäuden ist selbstverständlich auch eine Kerndämmung umsetzbar. Allerdings sind die Dämmstärken auf derzeit 150mm bautechnisch beschränkt. Mit besonderen Verankerungen der Mauerschalen ist eine maximale Breite des Luftspaltes von 200mm im deutschen Baurecht zulässig. Allerdings reichen 150-200mm heutzutage völlig aus um Niedrigenergiehausstandard zu erreichen wenn Dämmstoffe der Wärmeleitgruppe 035 und besser Verwendung finden.

Im Neubau können natürlich auch andere Dämmstoffe wie EPS oder XPS Dämmplatten Verwendung finden, die während des Hausbaus auf die innere Mauerschale aufgebracht werden. Der Vorteil einer Kerndämmung im Neubau ist die sehr robuste Außenhaut, die nicht wie bei einer Außendämmung aus Dämmstoffplatten mit Putzüberzug bestehen, die sehr Anfällig gegen Beschädigungen sein können.

Fazit Kerndämmung

Alles in allem ist die Kerndämmung eine in vielen Fällen interessante Alternative wenn im Altbau die Voraussetzungen dafür gegeben sind bzw. im Neubau entsprechend geplant wurde. Nachteilig sind im Altbau die geringen Dämmstärken und Probleme mit möglichen, bauseits vorhandenen Wärmebrücken. Dagegen steht ein günstiger Preis bei der Umsetzung der Hohlraumdämmung im Verhältnis mit anderen Dämmvarianten.

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